Blatt Hintergrund

Kompostierung

Grünmaterial wird auf der Anlage an verschiedenen Orten abgeladen: Grüngut aus Abfuhren, Rasen, Gras, Landschaftspflegeholz, Gemüseabfälle, Tiermist und Wurzelstöcke. Material welches sich zur Biogasproduktion eignet, wird für die Recycling Energie AG aufbereitet und wandert in die Fermenter. Holziges Material wird zu Energieholzschnitzeln verarbeitet und in Heizkraftwerke transportiert.

Kompostierbares Material wird von Fremdstoffen wie Steinen, Kunststoffen oder Metallen befreit. Sobald all diese unerwünschten Fremdstoffe aussortiert sind, wird das Material geschreddert und gemischt. Das zerkleinerte Material wird anschliessend in die topmoderne Kompostierhalle gefüllt. Um den Prozess beschleunigen zu können, wird dem Grüngutgemisch Reifekompost zugefügt.

Eingefüllt in den Kompostierboxen wird das Grüngut während sechs bis zwölf Wochen vollautomatisch gewendet, belüftet sowie be- und entwässert. Temparatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffgehalt in der Rotte werden regelmässig gemessen um sie richtig lenken zu können.

Nach etwa zwei Monaten wird der Kompost der Halle entnommen und über die Siebanlage geschickt. Wir können Kompost, je nach Verwendungszweck: 15, 20, 40 und 80mm absieben. Wertvoller organischer Dünger ist entstanden: Kompost! Etwa 70% des produzierten Komposts wird in der Landwirtschaft als Grunddünger eingesetzt. Die restlichen 30% werden im Gemüsebau, Gartenbau oder in Privaten Gärten eingesetzt. Der Kreislauf ist geschlossen.

Ist unser Kompost auf biologisch produzierenden Betrieben einsetzbar?

Monatlich werden Proben unseres Kompost der Firma Niutec zur Analyse eingeschickt. Im Labor werden die Nährtsoffe: Stickstoff-, Phosphor-, Kali-, Magnesium- und Calcium analysiert. Schwermetalle, pH-Wert, Trockensubstanz, organische Anteile sind weitere Werte die festgehalten werden. Unser Kompost erfüllt alle biologischen Anforderungen und kann somit auch von Biobetrieben verwendet werden.

Unser digitaler Kompostlehrpfad

Ein Rezept der Natur

Wie in der Küche gilt beim Kompostieren: Ein gutes Rezept, gute Zutaten und ein guter Koch bringen ein Endprodukt, das begeistert. Neugierig auf das Kompost-Rezept und die Geheimnisse in der Kompostküche?

Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten

Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten

Je besser man den Kompost führt und pflegt, desto besser ist die Qualität des Endproduktes. Die Grundsätze sind: Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten. Auf der Kompostieranlage helfen Maschinen und Geräte bei der Arbeit. Das Know-how steuern wir Kompostprofis mit Erfahrung bei. So entsteht ein Qualitätsprodukt: hochwertiger Kompost für Firmen, die Landwirtschaft und Private.

Die richtige Mischung bringt’s

Die richtige Mischung bringt’s

Wie der Koch auf den Nährwert seiner Speisen achtet, so sorgen Fachleute auf der Kompostieranlage auf den Nährstoffgehalt und somit auf die Düngewirkung des Komposts. Das Mischungsverhältnis der Ausgangsstoffe ist dafür entscheidend. Bei der Anlage wird das „braune“ und das „grüne“ Material im richtigen Mengenverhältnis gemischt. 1/3 „Braun“, 2/3 „Grün“ und „eine Prise“ Zuschlagstoffe.

Die Zutaten: Braun, Grün und Würze

Die Zutaten: Braun, Grün und Würze

Kohlenstoffreiches Ausgangsmaterial wie: z.B. Holz, Rinde oder Laub wird separat abgeladen und aufbereitet. Stickstoffreiche Ausgangsmaterialien (grüne Abfälle) werden ebenfalls separat aufbereitet. Alle Zutaten werden mit dem Schredder zerkleinert und vermischt. Als Zuschlagstoffe werden Humus und Reifekompost eingesetzt. Wie der Koch die Gewürze auswählt, verfeinert der Kompost-Profi mit Zuschlagstoffen.

Das grüne Reinheitsgebot

Grüngut ist das Ausgangsmaterial für Kompost. Nur aus reinem Grüngut kann Qualitätskompost entstehe. Hier erfahren Sie, was auf der Kompostieranlage verwendet werden kann und was nicht.

Was ist Grüngut?

Was ist Grüngut?

Die Faustregel: Alles was die Natur hervorgebracht hat, kann sie abbauen. Alle Pflanzenreste, holzige wie grüne, Rüstabfälle, Eierschalen, Federn, Haare und Tiermist (von Pflanzenfressern) sind kompostierbar. Fremdstoffe müssen auf der Kompostieranlage in mühseliger Arbeit aussortiert werden. Achten Sie auf sauberes Grüngut.

Vorsicht und Umsicht

Vorsicht und Umsicht

Die Schwermetallbelastung in unserer Umwelt sinkt – das ist gut so. Dennoch werden vorsichtshalber folgende Materialien auf der Kompostieranlage nicht kompostiert: Inhalt von Staubsaugersäcken, Strassenwischgut und Koks- und Kohleasche. Regelmässige Analysen des fertigen Komposts garantieren hohe Bio-Qualität.

Stopp: Kunststoffe, Metalle, Glas, Verbundstoffe

Stopp: Kunststoffe, Metalle, Glas, Verbundstoffe

Diese Materialien sind nicht in der Natur gewachsen und haben daher bei der Kompostierung nichts verloren. Auch kompostierbare Grünabfallsäcke sind beim Kompostwart nicht sehr beliebt, da sich darin oft noch verpackte Lebensmittel befinden.

Die Kunst der Rottelenkung

In der Natur gibt es zwei Wege, um organisches Material abzubauen: Rotte oder Fäulnis. Auf der Kompostieranlage führt nur ein Weg zu Qualitätskompost: Die aerobe Rotte, die durch gezielte Rotteführung gewährleistet wird.

Rotte statt Fäulnis!

Rotte statt Fäulnis!

Der Abbau von organischer Substanz kann anaerob oder aerob als Rotte erfolgen. Da die anaerobe Zersetzung unangenehme Begleiterscheinungen wie störenden Geruch, Nährstoffausschwemmung und die Entstehung von pflanzengiftigen Stoffen, soll dies bei der Kompostierung vermieden werden. Durch gezielte Rotteführung wird der Abbauprozess auf der Kompostieranlage daher in Richtung aerobe Rotte gelenkt. Diese ist eine Voraussetzung für lebensfördernden Qualitätskompost.

Wie lenkt man den Rotteprozess?

Wie lenkt man den Rotteprozess?

Neben Bewegung und Belüftung ist die richtige Feuchtigkeit und Temperatur wichtig für den Rotteverlauf. Durch kontinuierliche Temperaturaufzeichnungen können mikrobielle Prozesse in der Miete beobachtet und kontrolliert werden. Durch Zugabe von Wasser, Einblasen von Luft, Durchmischen der Miete, Einmischen von Zuschlagstoffen oder verändern des Mischverhältnisses der Ausgangsstoffe kann der Fachmann die Rotte gezielt lenken und damit diejenigen Mikroorganismen fördern, welche für die aerobe Rotte sorgen.

Mikroorganismen beim Legospiel

Mikroorganismen beim Legospiel

Wie beim Lego-Spiel zerlegen die Mikroorganismen in der Kompostmiete zunächst alles Organische in seine Grundbausteine. Anschliessend erscheinen diese in neuen Verbindungen. Bei der aeroben Rotte wird der organische Kohlenstoff zu einem grossen Teil „veratmet“. Dabei entsteht Wärme. Die schnell abbaubaren Eiweissverbindungen, Fette und Kohlenhydrate werden als erstes abgebaut. Die Eiweisse enthalten Stickstoffverbindungen, die später im Kompost eine wichtige Düngewirkung haben. Zellulose und Lignine, welche in holzigem Material vorherrschen, dienen zur Bildung der Humussubstanz – die Basis für gesunden Boden.

Qualität ist kein Zufall

Zählt für Sie der erste Eindruck oder prüfen Sie lieber gründlich, was Sie vor sich haben? So oder so, mit dem Qualitätskompost dieser Kompostieranlage liegen Sie richtig: Der erste Eindruck stimmt genauso, wie die inneren Werte.

Innere Werte

Innere Werte

Der Überprüfung der inneren Werte dienen Laboranalysen und Pflanzen-Verträglichkeit-Tests. Untersucht werden: Nährstoffgehalte (Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium, Calsium), sowie Salzgehalt, Trockensubstanz, organische Substanz un pH-Wert. Der Kressetest überprüft die Pflanzenverträglichkeit in der Praxis. Hat der Kompost alle Tests bestanden, da können Sie sicher sein, dass auch die inneren Werte stimmen.

Qualität ist kein Zufall

Qualität ist kein Zufall

Damit auf der Kompostieranlage Qualitätskompost produziert werden kann, ist von der Annahme bis zur Lagerung des Reifekomposts das richtige Handling und Know-how nötig. Diese Kompostieranlage wird durch fachkundiges Personal betreut und geleitet, das durch regelmässige Weiterbildungen und Erfahrungsaustausch unter Profis am Puls der Zeit bleibt.

Kompost auf den ersten Blick

Kompost auf den ersten Blick

Offensichtliche Qualitätsmerkmale von Kompost können Sie fühlen, riechen und sehen. Wenn Sie guten Reifekompost in die Hand nehmen, fällt die lockere, luftige Struktur auf. Er ist weder tropfnass noch trocken, zerfällt in Krümel unterschiedlicher Grösse und lässt sich ohne Widerstand zerbröckeln. Er duftet angenehm nach Walderde und ist dunkelbraun gefärbt.

Power für gesunde Böden

Wer ist Ihr patenter Freund im Garten, wer ist Ihr vielseitiger Gehilfe in der Landwirtschaft? Qualitätskompost. Kompost ist nicht nur Düngemittel. Er hat noch viele andere Wirkungen, die den Boden verbessern und die Bodenfruchtbarkeit erhöhen.

Kompost als Medizin für Pflanzen

Kompost als Medizin für Pflanzen

In Qualitäts-Kompost aus aeroben Prozessen, entstehen sogar Abwehrmittel gegen pflanzliche Krankheitserreger. Hemmstoffe und natürliche Gegenspieler von Krankheiten fühlen sich in „Rotte-Kompost“ wohl und wirken als natürliches Pflanzenschutzmittel, vor allem gegen krankheitserregende Bodenpilze. Untersuchungen der Forschungsanstalt Wädenswil haben das z.B. anhand des Himbeerwurzel-Sterbens untersucht und bestätigt.

Krümel für Fruchtbarkeit

Krümel für Fruchtbarkeit

Im Darm von Bodenmakroorganismen, hauptsächlich Würmern, werden im Zuge der Humifizierung Kümel gebildet. Diese sind von Bakterien besiedelt und enthalten ein feines System von Poren, die mit Luft und Wasser gefüllt sind. Die feinen Wurzeln Wurzelhaare der Pflanzen nehmen in direktem Kontakt mit Krümel den aus den Huminstoffen mineralisierten Stickstoff auf.

Kompost ist Humusspender

Kompost ist Humusspender

Organische Reste, die von Bodenlebewesen umgewandelt werden, werden als Humus bezeichnet. Humus wird im Boden ständig neu produziert. Kompost erneuert und erhöht den Humusanteil im Boden. Humus ist der entscheidende Faktor der Bodenfruchtbarkeit. Der Stickstoff, der in den Huminstoffen festgelegt ist, bildet das Stickstoffreservoir des Bodens und dient den Pflanzen als Nahrung.

Die richtige Pflanzen-Diät

Qualitätskompost ist ein optimaler Pflanzendünger. Er ist umweltfreundlich und kann im Hausgarten, in der Landwirtschaft oder in der Profi-Gärtnerei eingesetzt werden.

Nahrhaft und gesund

Nahrhaft und gesund

Kompost enthält wertvolle Nährstoffe in pflanzenverträglicher Form. Ein Dünger aus der Natur für die Natur, ideal für den Hausgarten. Kompost ist ein phosphat- und kalireicher Dünger, mit mittlerem Stickstoffgehalt. Für stark zehrende Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf eignet sich ein Stickstoffdünger.

Umweltfreundlicher Dünger mit Tradition

Umweltfreundlicher Dünger mit Tradition

Auch in der Landwirtschaft und professionellen Gartenwirtschaft kann Kompost hervorragend als umweltfreundliches Düngemittel eingesetzt werden. Kompost ist besonders Grundwasser schonend. Auf landwirtschaftlichen Betrieben ist es wichtig, die betriebseigene Nährstoffbilanz zu kennen um Kompost entsprechend dieser Bedarfsanalyse einzusetzen. Landwirtschaftliche Düngerberater helfen Interessierten bei Fachfragen weiter.

Die richtige Dosis für perfektes Wachstum

Die richtige Dosis für perfektes Wachstum

Faustregel: 3 - 4 Liter Kompost pro Quadratmeter (entspricht 3 - 4mm). Für ein typisches Beet mit 4m2 reicht also ein 10 Liter Kessel Kompost.

  • Gemüse stark zehrend: 4-6 Liter/m2
  • Gemüse mittel zehrend: 2-3 Liter/m2
  • Gemüse schwach zehrend: 1-2 Liter/m2
  • Rasen/Wiesen: 1-2 Liter/m2
  • Blumenrabatten: 2-3 Liter/m2
  • Neuanlagen: max. 40Liter/m2 (einmalig)

Im Kreislauf der Natur

Im natürlichen Kreislauf sind Aufbau- und Abbauprozesse von organischem Material Basis allen Lebens. Beim Kompostieren wird Grüngut zu wertvollem Kompost. Der natürliche Stoffkreislauf schliesst sich.

Die Natur kennt keinen Abfall

Die Natur kennt keinen Abfall

Seit Jahrmillionen funktioniert in der Natur der perfekte Kreislauf zwischen Aufbau und Abbau von lebendiger organischer Materie. Pflanzliche und tierische Reste werden durch spezielle Lebewesen und physikalische Prozesse in Kompost verwandelt, der als Bodenverbesserer und Nährstofflieferant den lebendigen Pflanzen dient, die wiederum der Tierwelt und den Menschen als Lebensmittel zur Verfügung stehen.

Grüngut ist kein Abfall

Grüngut ist kein Abfall - Kompostieren statt Verbrennen

Aus Grüngut wird hier auf der Kompostieranlage Kompost. Qualitätskompost ist das wertvolle Endprodukt, das am Ende dieses Prozesses steht und dem ewigen Kreislauf der Natur wiederum als Bodenverbesserer und Düngemittel zugeführt werden kann. Wieso sollte man einen kostbaren, lebendigen Rohstoff verbrennen?

Nach dem Vorbild der Natur

Nach dem Vorbild der Natur

Auch im Wald wird das Herbstlaub jedes Jahr in wertvollen Humus umgewandelt. Die dünne Laubschicht garantiert genügend Luftzufuhr, die Bodenlebewesen sorgen für die nötige biologische Aktivität. Der schwarze Waldboden zeigt den hohen Humusgehalt. Die Nährstoffe bleiben im System erhalten.